Peggy Szymenderski
 
Projekt: Polizei emotional
     
   
               









   

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Publikation

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Szymenderski, Peggy (2012): Gefühlsarbeit im Polizeidienst. Wie Polizeibedienstete die emotionalen Anforderungen ihres Berufs bewältigen. Bielefeld: transcript.
Februar 2012, 454 S., kart., 36,80 € , ISBN 978-3-8376-1978-2

Verlagsvorschau


Mein Dissertationsprojekt

Gefühlsarbeit im Polizeidienst.
Eine soziologische Untersuchung der Formen des subjektiven Umgangs mit Gefühlsanforderungen polizeilicher Arbeit
.“
 


Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist die Feststellung, dass Polizistinnen und Polizisten in einem „bürokratischen Trilemma" stecken.
  • Sie müssen zum Ersten die bürokratischen Reglementierungen, die durch die Behörde Polizei vorgegeben sind, befolgen. 
  • Sie sind zum Zweiten bei ihrer Arbeit mit sehr existenziellem Problem, wie Gewalt, Tod und Missbrauch konfrontiert und sie müssen ihre Arbeit unter dem stets sehr kritischen Auge der (politisierten) Öffentlichkeit erbringen.
  • Sie bringen zum Dritten eigene Interessen und Ansprüche in die Polizeiarbeit ein.
Daraus entstehen Diskrepanzen zwischen der rationalen Logik polizeilichen Handelns und dem persönlichen Erleben von Polizist/innen. Es kommt demnach zu Widersprüchen zwischen dem, was ein/e Polizist/in fühlt und dem, was er/sie fühlen soll.

Diesen Widerspruch bezeichnet man auch als emotionale Dissonanz, mit der die Polizist/innen einen Umgang finden müssen, wenn sie
  • zum einem die geforderte Arbeitsleistung erbringen möchten und 
  • zum zweiten, sich selbst vor emotionaler Belastung schützen möchten.
Emotionale Dissonanzen werden bewältigt, indem die Gefühle dahingehend verändert werden, dass sie zu den Normen passen oder es wird das Verhalten so verändert, dass es zu den Gefühlen passt. Diese Regulation der eignen Emotionen bezeichnet man als Gefühlsarbeit. Dies haben vor allem die Untersuchungen von Arlie Russel Hochschild zur Gefühlsarbeit von FlugbegleiterInnen und Inkasso-Angestellten gezeigt.


Bildrechte: Wolfgang Schmidt / TU Chemnitz

In meiner Untersuchung
  • wird nun genauer betrachtet, welche Modi des Umgangs mit situativen gefühlsanforderungen es bei der polizeilichen Arbeit gibt. 
  • Es wird daher davon ausgegangen, dass Gefühle in sehr unterschiedlicher Art und Weise bearbeitet werden. 
  • Zudem wird danach gefragt, welche sozialen Randbedingungen bei der Kultivierung der Gefühlsarbeitspraktiken eine Rolle spielen. 
  • Neben diesen unterschiedlichen Umgangstypen und den damit verbundenen Wirkungszusammenhängen der Rahmenbedingungen sollen aus den Ergebnissen auch Maßnahmen zur praktischen Gestaltung polizeilicher Arbeit abgeleitet werden.
Die Ergebnisse meiner Untersuchung zeigen, dass Gefühlsarbeit ein wesentlicher Bestandteil polizeilicher Aufgabenbewältigung ist. Polizeiliche Arbeit geschieht zwar vordergründig entlang von bürokratischen Regelnungen und gesetzlichen Vorgaben, die ein rationales und sachliches Handeln verlangen, doch erweist sich Gefühlsarbeit als zentrale Anforderungen und wichtige Ressource von Arbeit im Polizeidienst.

Link:
http://www.tu-chemnitz.de/phil/soziologie/institut/Polizisten_und_Polizistinnen_-337.html



Das Projekt in den Medien:


Das Projekt hat eine breite Aufmerksamkeit in den Medien gefunden; einige Beispiele:
  • Freie Presse: „Da haben wir eine echte Forschungslücke“. Chemnitzerin hinterfragt wissenschaftlich die Gefühle der Polizisten – 42 sächsische Beamte interviewt.
  • Bild-Zeitung: „Studentin erforscht, wie Sachsens Polizisten ticken“
  • Deutschlandradio, DRadio Wissen am 16. Februar 2012:

    Soziologin untersucht Gefühlsarbeit von Polizisten

    Die Arbeit als Polizist kann emotional sehr belastend sein.
    Die Chemnitzer Soziologin Peggy Szymenderski hat nun in ihrer Doktorarbeit den Umgang der Beamten mit ihren Gefühlen untersucht. Dazu führte sie Interviews mit 43 Polizisten aus einem ostdeutschen Bundesland und fragte sie, wie sie mit Gefühlen fertig werden. Sie stellte fest: Es gibt fünf verschiedene Typen: Die "Verlagerer" blenden im Einsatz ihre Gefühle aus und befassen sich damit nachträglich. Die "Abwehrer" versuchen, Gefühle an sich abprallen zu lassen. Die "Oszillierer" möchten es allen recht machen. Die "Stoiker" sehen belastende Emotionen als Berufsrisiko und die "diffus Reagierenden" finden keine geeignete Form für ihren Umgang mit Gefühlen. Das Fazit der Soziologin: die Arbeit der Polizisten wäre ohne diese emotionalen Leistungen gar nicht möglich. Gefühlsarbeit müsse Teil der Polizeiausbildung werden.
  

   
     
         
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